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Klöckner sieht ihr Ministerium auf gutem Weg

Auf einem guten Weg sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Bemühungen ihres Hauses um einen umweltverträglicheren Pflanzenschutz. Fünf von sechs Vorschlägen vom Wissenschaftlichen Beirat des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutz (NAP) zu den Themen Pflanzenschutz und Biodiversität würden bereits umgesetzt, erklärte die Ministerin anlässlich der Übergabe des Beiratsgutachtens zum Thema "Pflanzenschutz und Biodiversität in Agrarökosystemen" gestern in Berlin. Eine Absage erteilte Klöckner lediglich dem Vorschlag einer Sonderabgabe auf Pflanzenschutzmittel und führte grundsätzliche steuerpolitische Gründe sowie eine nicht zielgenaue Lenkungswirkung an.

Rechnung getragen werde hingegen der Beiratsforderung nach einem Biodiversitäts-Montoring, erklärte die Ministerin und verwies auf die in diesem Jahr begonnene Arbeit des Julius-Kühn-Instituts (TI) und des Thünen-Instituts (TI) am Nationalen Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften. Ziel sei es, Klarheit über die Entwicklung der Artenvielfalt und die tatsächlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu bekommen.

Für die Forschung im Bereich "nicht-chemischer Pflanzenschutz" standen laut Klöckner in den vergangenen beiden Jahren rund 25 Mio Euro zur Verfügung. Die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel würden kontinuierlich angepasst und weiterentwickelt. Dies komme Beiratsgutachten ebenso entgegen wie die angestrebte Erhöhung des Flächenanteils des ökologischen Anbaus auf 20 %. Schließlich setze sich die Bundesregierung bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik dafür ein, biodiversitätsfördernde Maßnahmen zu stärken und insbesondere über Agrarumweltprogramme mehr Vielfalt in die Landschaft zu bringen.

Die Wissenschaftler bezeichnen den Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft als "markant". Schmetterlings- und Vogelpopulationen hätten seit 1990 bzw. 1980 um 50 %, die Biomasse der fliegenden Insekten seit 1989 um 75 % abgenommen. Rückläufig seien Arten- und Individuen-Anzahlen von Ackerwildkräutern, Amphibien, Fischen, empfindlichen Wirbellosen in Gewässern, Wildbienen, Schwebfliegen, Laufkäfern, Marienkäfern und weiteren Organismengruppen. Von den 14 unmittelbar nutzungsabhängigen Offenland-Biotoptypen seien in Deutschland 80 % gefährdet. Weitere Lebensräume wie Moore, Wald- und Ufersäume und Staudenfluren würden durch die landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung beeinträchtigt. AgE


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