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Stimmung in der Landwirtschaft bleibt schlecht

Trotz einer leichten Erholung ist die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft im vergangenen Monat insgesamt gedrückt geblieben. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer Agrar für März hervor, dessen Ergebnisse der Deutsche Bauernverband (DBV) am vergangenen Samstag in Berlin vorgelegt hat. Das Stimmungsbarometer wird im Auftrag des DBV, des Bundesverbandes Lohnunternehmen (BLU), des Fachverbandes Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank vierteljährig vom Marktforschungsinstitut Produkt + Markt erhoben.

Laut Bauernverband lag der Index des Konjunkturbarometers im März mit 12,8 Punkten immerhin um 4,6 Punkte über dem im Dezember ermittelten Wert. Dennoch falle der Indexwert weiterhin relativ niedrig aus. Ein Jahr zuvor habe er noch bei 22,3 Punkten gelegen. Ursachen seien die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen der Corona-Krise.

Für DBV-Präsident Joachim Rukwied sind diese Ergebnisse auch "ein deutlicher Beleg für die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation und eine hochgradige Verunsicherung der Landwirte". Nicht nur die Verbreitung des Coronavirus, sondern vor allem die Verschärfung der Düngeverordnung drückt nach seiner Ansicht die Stimmung der Landwirte. Rukwied rechnet damit, dass diese Verunsicherungen "ein Bremsklotz" für Investitionen in die Zukunft der Betriebe seien. Doch gerade in Zeiten, in denen das Thema Versorgungssicherheit in der Bevölkerung wieder eine größere Rolle spiele, brauche die Landwirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können, mahnte der DBV-Präsident.

Nach den Ergebnissen des aktuellen Konjunkturbarometers fühlen sich zwar nur 11 % der repräsentativ befragten Landwirte von der Corona-Krise in ihrem Wirken eingeschränkt, aber 26 % wollen ihre geplanten Investitionen deswegen auf unbestimmte Zeit verschieben. Ein knappes Drittel der Landwirte sieht als Folge der Corona-Krise Marktprobleme auf sich zukommen. Besonders hoch ist dieser Anteil unter den Milchviehbetrieben.

Die Liquidität der Betriebe hat sich seit Dezember zwar kaum verändert, fällt aber im Jahresvergleich deutlich schwächer aus. In Futterbaubetrieben und in Betrieben im Osten Deutschlands ist die Liquiditätslage besonders häufig angespannt. Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation laut Konjunkturbarometer im Durchschnitt der Betriebe mit 3,06 etwas weniger ungünstig beurteilt als die künftige Entwicklung mit einem Wert von 3,28. AgE


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