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Druck aufgrund eines schwachen Fleischmarktes

Am Schweinemarkt in Deutschland und in der gesamten Europäischen Union sind die Folgen der Corona-Krise immer stärker zu spüren. Übereinstimmend wird aus mehreren Mitgliedstaaten von einem insgesamt schwachen Fleischabsatz berichtet. Die Lieferungen an Kunden am Binnenmarkt stockten, der Außer-Haus-Verbrauch sei weggebrochen und der Export nach China werde durch das große US-Angebot und niedrigere Erlöse beeinträchtigt, hieß es in Marktkreisen. Der Verkauf von Teilstücken wie Schinken oder Koteletts sei zuletzt nur noch mit deutlichen Preiszugeständnissen möglich gewesen. Die Schlachtbetriebe drängen deshalb europaweit auf günstigere Einkaufspreise von Schlachtschweinen; die aktuellen Notierungen stehen unter Druck.

In Deutschland haben mehrere Schlachtbetriebe in der vergangenen Woche die Preisforderung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) von 1,84 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nicht akzeptiert und zahlten dem Vernehmen nach nur Hauspreise von 1,80 Euro/kg. Im Vorfeld der heutigen Notierung wurde erneut recht deutlich ein weiterer Abschlag gefordert, was die VEZG nicht ignorieren konnte. Der Leitpreis für Schlachtschweine wurde um 9 Cent auf 1,75 Euro/kg nach unten gesetzt. Der Vereinigung zufolge reichen die nicht übermäßig großen Angebotsmengen am Lebendmarkt gut zur Deckung des verhaltener ausfallenden Bedarfes der Schlachter aus.

In Spanien berichtete der Mercolleida ebenfalls von fehlenden Fleischkäufern am Binnenmarkt. Zwar würde der Verkauf an heimische Supermärkte rund 30 % über Vorjahresniveau liegen, doch gleiche das die Verluste im Außer-Haus-Verkauf und bei den Ausfuhren nicht aus. Die Notierung je Kilogramm Lebendgewicht (LG) könnte morgen zwischen 3 Cent und 4 Cent nachgeben. In Italien wird sich der Preisverfall ebenfalls fortsetzen. Bei begrenzten Kapazitäten und Vermarktungsmöglichkeiten der Fleischunternehmen würden dort immer schwerere Schweine angeboten; für die Tiere dürfte in der nächsten Woche zwischen 3 Cent und 5 Cent/kg LG weniger erlöst werden. In Belgien wird mit einem Abschlag beim Schlachtschweinepreis von 4 Cent/kg LG gerechnet. Nur in Frankreich wurde der Markt in dieser vollen Schlachtwoche ohne Feiertage positiver beschrieben; die Verluste bei der Notierung am Marché du Porc Breton dürften sich deshalb in Grenzen halten. AgE


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